Falco

Johann „Hans“ Hölzel – wohl besser bekannt als „Falco“, war voll neuem Tatendrang.

Er wollte sein berufliches und privates Leben neu organisieren an einem Ort den er den „wunder schönsten Platz der Erde“ bezeichnete, in der Dominikanische Republik.

Der Traum endete am 6. Februar 1998 durch den tödlichen Autounfall um 16.40 Uhr in der Nähe von Puerto Plata, als er vom Parkplatz der damaligen „Tourist Disco“ auf die Strasse fuhr und von einem heranfahrenden weissen Reisebus erfasst wurde.

Falco starb am 6. Februar 1998 in der Dominikanischen RepublikHans Hölzel – Falco, kam am 19. Februar 1957 als einziger Überlebender von Drillingen zur Welt – und es entpuppte sich schnell das in seinen Adern Musik floss. Er war Musik, lebte Musik und das in erstaunlicher Form. Bereits mit 4 Jahren erhielt er einen Flügel geschenkt, mit 5 Jahren wurde ihm beim Vorspielen bei der Wiener Musikakademie ein absolutes Gehör bescheinigt.

Er hätte alles gehabt um Karriere zu machen, doch es ging ihm alles zu wenig schnell, er wollte leben, wollte bewirken und wollte musizieren. Das Musikstudium am Wiener Musikkonservatorium brach er bereits nach einem Semester ab, ähnlich wie zuvor in den Schulen, die Lehre usw. - ihm fehlte die innere Ruhe um etwas langfristig aufzubauen, die Schulbank zu drücken und den Weg zu gehen den man doch gehen sollte.....

Und doch, nachdem er durch Bars und Clubs in Westberlin tingelte um irgendwo vielleicht Anschluss an die Musikszene zu bekommen – bis dahin immer noch als Johann Hans Hölzel – war es einer der vielen auf den ersten Blick unscheinbaren Momente die sein Leben stetig in neue Bahnen lenkte. So beeindruckte ihn in einem österreichischen Hotel am 1. Januar 1978 das „Neujahrsspringen“ der Vierschanzentournee. Besonders tat es ihm da der „Falke“ genannte DDR-Skispringer Falko Weißpflog an, Hölzel beschloss, sich nach dem Sportler zu benennen. Der Beginn zu seinem Künstlernamen wurde auf der Schanze gelegt, passend, denn auch der ab nun immer mehr unter Falco bekannte Musiker wollte abheben, abheben von der Masse, vom Normalen und etwas Eigenes erschaffen und werden.

Sein erstes bekannteres Stück wurde vom Hörfunk in Österreich boykottiert, denn es handelte von der Drogenszene von Wien und das war natürlich nicht erwünscht. Aber genau dies führte dazu, dass sein selbstgeschriebenes Stück „Ganz Wien“ sich zu einem richtigen Untergrundhit entwickelte. Der Wiener Plattenunternehmer Markus Spiegel wurde nicht zuletzt durch diesen Song auch auf Falco aufmerksam und nahm ihn und seine damalige Band Drahdiwaberl für 3 Solo Langspielplatten unter Vertrag.

Als erstes erschien Mitte 1981 das Band-Studio-Album Psychoterror, auf dem auch die Nummer Ganz Wien zu finden ist. Ganz allmählich schaffte es Falco, das er bekannter wurde. Wie alles in seinem Leben verlief auch diese Karriere nicht ohne Wechsel, Unterbrüche und Neuorientierung. Immer wieder stolperte er und raffte sich aber wieder auf. Seine Musik, sein Leben war durchzogen von Erfolgen und Rückschlägen und doch wurden seine treuen Fans immer mehr und einige seiner Songs wurden international bekannt. Einige Auszeichnungen wurden sein eigen. Aber seine innere Ruhe fand er nie – bis zu diesem Tag als er da vom Parkplatz fuhr, von einer Diskothek die es heute nicht mehr gibt.

Ausnahmekuenstler Falco - Johann - Hans -HoelzlEr liebte die Dominikanische Republik und schmiedete neue Pläne. Sein neuer Wohnort und auch seine Lebenspartnerin Andrea und deren Familie schienen ihn neu inspiriert zu haben, für neue Pläne – eine neue Zukunft. Sein Leben war das reinste Abenteuer, er polarisierte, er bewegte und er lebte – und wie seine damalige Lebenspartnerin Andrea wohl treffend sagte, man muss ihn gerne haben aber man muss ihn irgendwie auch einfach beschützen....

Als er seine letzte Reise antrat, mit Alkohol und und Spuren von Kokain und THC, dem Wirkstoff von Marihuana, in seinem Blut, war Sie aber gerade auf Heimaturlaub – sie ahnte nicht, dass sie Ihren Freund Falco niemals mehr lebend antreffen sollte.

Ein Falco der noch kurz vor seinem Tod mit Bandmitgliedern über neue Pläne sprach, eine neues Privatleben aufbauen wollte – so wie so viele Male zuvor – auf der Suche nach seinem „Leben“ - er starb in seinem Geländewagen in der Dominikanischen Republik, das Land wo er den schönsten Platz dieser Erde entdeckte – im Staub einer Landstrasse – so wie er lebte – voller unerfüllter Träume und einem Leben das vielleicht nie seines war....

Er wurde in Wien begraben – dort wo er doch ein paar Tage zuvor gesagt haben soll, da will ich nicht hin. Da pöbeln mich die Leute auf der Strasse an, wollen nur von meiner Popularität
profitieren .... aber sein Begräbnis und seine Grabstätte wurden wohl zu einem Kult der seinem Leben entsprach.

Der Musiker wäre am 19. Februar 60 Jahre alt geworden und aus diesem Anlass veröffentlicht „Sony Music Austria“ das Album „Falco 60“. Das Gesamtwerk umschliesst zwei CDs in der Standard-Version und drei in der Premium-Ausgabe, auf denen sich nicht nur Falcos grösste Hits wie „Der Kommissar“ und „Rock Me Amadeus“ befinden, sondern auch Raritäten wie das Duett „Body Next To Body“ mit Brigitte Nielsen und der posthum erschienene Song „Out Of The Dark“. Zudem gibt es vier Remixe österreichischer Künstler wie beispielsweise Milo Mills und Ynnox.

Abgerundet wird dieses Paket noch von einer zweier DVD-Box, auf der sich seltene TV-Auftritte und nie veröffentlichtes Konzertmaterial befinden. Falco starb und wurde zu einer Legende ....
Nur die Diskothek die gibt es nicht mehr, wo er nach einer langen durchzechten Nacht in einer anderen Kneipe alleine noch Drinks zu sich nahm – bald wird in der Dominikanischen Republik kaum mehr etwas an den Mann erinnern, der dieses Land zu seiner neuen Heimat machen wollte....

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