Gringos Dominikanische Republik

Wer das Wort, den Begriff und die Bedeutung Dominikanische Republik auf der Zunge zergehen lässt, hat meist viele verschiedene Facetten dieses Landes vor seinem inneren Auge.

Ein Land der Gegensätze, ein Land wo Vergangenheit und Moderne aufeinander prallen, wie es z.B. die Armut und der Reichtum tun. Und dann gibt es da noch spezielle Ungeziefer.....

Es sind schon sehr eigene Menschen, die Bewohner der Dominikanischen Republik. In einem Land, das so oft ein herzensgutes Lächeln selbst für Fremde bereit hält, von Herzen kommende Gastfreundschaft und in so vielen Situationen schon bewiesen, der Zusammenhalt durch alle sozialen Schichten, wenn eine Naturkatastrophe das eigene oder ein Nachbarland beutelte.

Sicher sind die lebenslustigen Dominikaner manchem Europäer mit dem manchmal weit über die Schmerzgrenze hinausgehenden Lautstärkepegel der Musik, der oft impulsiven Handlungsweise nicht immer nur der geschätzte Nachbar. Aber in einigen Dingen scheinen Sie den Einwanderern, welche man salopp meist alle Gringos nennt, um vieles voraus zu sein.

Gringos betteln um SpendenOhne Frage, beim nachfolgenden Vergleich „Gringo gegen Dominikaner“, da möge man es uns verzeihen, dass man als Europäer, also Gringo, sich lieber geweigert hätte es zu lesen: Eher versucht war, diese Leserzuschrift ganz schnell zu schubladisieren, statt wieder einmal mehr, Leute aus seiner Herkunftsregion, nicht gerade mit Stolz geschwellter Brust, eher schamerfüllt selbst widerlich zu finden.

Viele mögliche Titel für diesen Artikel schwirrten uns durch den Kopf – wie: Lebensfreude gegen Bettelfreude, Karibisches Lächeln gegen triefende Schamlosigkeit – ach was soll es, treffen würde es alles zusammen sowieso nicht, was ich empfand, wo ich diese Unterlagen erhielt und mich zuerst mal zurück ziehen musste um den ersten Brechreiz zu beschwichtigen. In der Folge habe ich mich entschieden gar nicht viel umzuschreiben, sondern so rural wie es ist, wirkt und abgehandelt wird, einfach so weiter zu geben – denn den wirklichen Titel dieser Geschichte wird man erst noch kreieren müssen.....

Die Dominikanische Republik wurde in jüngster Vergangenheit von zwei Hurrikans heimgesucht. Auch wenn diese, im Vergleich zu den umliegenden Inseln, wo teilweise unglaubliche Verwüstungen verursacht wurden, in dem Land eigentlich wenig Schäden anrichteten, wurden doch ein paar Regionen stärker betroffen. An einigen Orten war nebst den Schäden durch die starken Windböen auch das viele Wasser eine große Herausforderung.

Eine Herausforderung die wir hier mal im Vergleich Gringo – Dominikaner aufzeigen wollen :

Dominikanische Republik Lebensfreude trotz Hurrikan Maria Ganze Straßenzüge, ja gar ganze Dörfer standen unter Wasser, Häuser wurden weggespült und Landstriche boten ein verheerendes Bild.

Was machten da die (meisten) Dominikaner ? Man konnte es ein wenig besser mitverfolgen, da an den meisten Orten der Strom ausfiel. Erfreut das man Irma und Maria, die zwei Hurrikans überstanden hat, nahm man einfach erst mal ein Freibad. Schließlich hat man das nicht alle Tage, dass man durch die Straßen schwimmen kann. Man liess offenbar erst mal die Situation wirken... so sah es aus. Da gab es kleine Gruppen die saßen sozusagen im Wasser und spielten mit ungebrochener Leidenschaft Domino. Jammern, Wehklagen und der verzweifelte Ruf – He Gringos helft uns .... ??? Weit gefehlt. Sie lachen, reden miteinander und nehmen die Situation als gegeben an, wie schon so oft. Man macht sprichwörtlich das Beste daraus und dies mit der nötigen karibischen Gelassenheit.

Und nun mal einen Blick zu den Gringos, genau genommen zu einem Gringo, der sich selbst gar schon fast als Mustergringo bezeichnet. Gesegnet von sehr vielen Begabungen und Talenten, scheint er der Aussteiger schlechthin zu sein. Seine Fähigkeiten sind wirklich unglaublich und reichen von Designer, Webmaster, Fotograf, Tourenführer über Autor bis hin zu seinem Aushängeschild ein meisterhafter Koch zu sein. Und der „Gringo“ hat ja auch Erfahrung, lebt rund 20 Jahre im Land ...... man hofft also beim Blick zu diesem Gringo könnte man seine Tastatur heiß klimpern mit einer herrlichen Erfolgsgeschichte aus der Reihe XXL Auswanderer oder ähnlich.

Wir überlassen also die Dominospieler mal kurz ihrem begeisterten Spiel und werfen einen Blick auf einen Vorzeigeeuropäer mit jahrelanger Erfahrung, gutem Umfeld und den schier unbegrenzten Möglichkeiten was sein Können und Wissen anbelangt. Vor einiger Zeit war dieser Mann schon einmal durch etwas langanhaltende Regenfälle offenbar in eine missliche Lage gekommen. Was erstaunte, da entstand nicht etwa eine neue Erfolgsgeschichte, wie ein solch erfahrener Resident diese Situation meistert, nein man sprang auf eine gar nicht mehr so neue Modeerscheinung in diesem Land auf : Gringos betteln nach Spenden !

Casa Norma - Stand 3. Oktober 2017Bereits letztes Jahr, als diese Regenfälle diesem vermeintlichen Vorzeigeauswanderer die Existenz bedrohte, wählte man nicht den Weg in die Hände zu spucken und sein umfangreiches Wissen und Können anzukurbeln um die Lage zu stabilisieren, nein, man bat mit weinerlicher Stimme auf „höchstem Niveau“ um ach so dringliche Hilfe. Der fragwürdige Umstand, wie ein so fähiger, so fleißiger und erfahrener Gringo erst schon in diese Lage kommt, wurde übergangen und soll auch hier nicht noch mehr Fragezeichen aufwerfen.

Nun gut, man rief nach Hilfe, nach edlen Menschen die doch bitte helfen mögen um dieses undichte Dach wieder zu reparieren. Für europäische Verhältnisse bat man ja auch gar nicht um eine Riesensumme. Für das Dach benötigte ja man nur 1500 Euro – was doch wirklich wenig ist, oder doch nicht ? Geht man davon aus, dass man dieses Dach mit den üblichen Wellblechen im Land wieder repariert, so kostet ein Stück davon 180 Pesos. Rund 200 dieser Bleche benötigt ein solches Dach ... um es zu decken. Rechnet man dies dann mal um dann kommt man auf gerade mal 650 Euro !

Das wäre der effektiv benötigte Betrag gewesen um das Dach zu reparieren.Nur der hilfsbereite Spender fand ja die 1500 Euro schon billig, dass man beschissen wurde wird da nicht bemerkt und so kann man bei dem Haus doch einiges renovieren was man im Lauf der Zeit verwahrlosen liess.... denn der Freund Alkohol war nicht gerade der beste Wegbegleiter und vielleicht mit ein Grund, warum alles trotz dieser Fähigkeiten und Gaben nie zum Erfolg wurde. Man könnte schon salopp ausdrücken, dieser Koch bekam gar nichts gebacken.....

Casa Norma - Foto für SpendenaufrufGäste, die da diese Spezialitäten in diesem „Semitourismus-Restaurant“ genießen wollten, mussten zum Voraus bezahlen. Ein Restaurant ? Na da ist doch als gesegneter Koch sicher eine Existenz möglich. Ja wäre, wenn da nicht....
Nur man ist leider langsam bekannt, dass man alle Möglichkeiten, die nun mal leider zumeist mit Arbeit zu tun haben, ungenutzt verstreichen lässt, man macht nichts wirklich fertig, nichts wirklich richtig und alles mutet einem eher wie nach einem ziellosen Gefummel an und so gar nicht nach so richtig guter Schweizer Qualitätsarbeit......

Im Dorf selbst, wo jeder Dominikaner im Laden auch schon mal anschreiben kann, wenn es gerade nicht so rosig ist, da bekommt der Gringo längst nichts mehr auf Pump. Bekannt als schlechter Zahler, gibt man diesem Gringo keinen Kredit. In der Folge müssen Gäste zum Voraus zahlen um die Speise im Restaurant zu genießen. Restaurant ?
 Ja, eben wie so alles hier bei diesem „Gringo“, ist auch das nicht wirklich so. Denn man hat ja eigentlich gar keine Betriebserlaubnis für diese Bewirtung, beim genaueren Betrachten lebt doch dieser Vorzeigeauswanderer wahrhaft gar ohne Papiere im Land ! Nein oder ? Kann nicht wahr sein – ein illegaler Einwanderer betreibt ein illegales „Unternehmen“ mit mehr als fragwürdigen Mitteln und statt dies dann irgendwann mit jahrelanger Erfahrung und seinem selbst gerühmten Kenntnissen wirklich dingfest zu machen, aufzubauen und zu zeigen wie man dies wirklich macht, nimmt man sich lieber einer Flasche billigen Fusels an und hadert mit der Menschheit, ja nicht mit sich selbst.

Casa Norma - Foto fuer SpendenaufrufImmerhin ist man ja als Europäer intelligent. Man hat bemerkt, der Spendenaufruf wurde gesehen, ja es fanden sich gar ein paar gute Menschen ein, die einfach fanden, man muss doch helfen.... auch dann wenn es in diesem Fall leider wirklich nicht so ist. So als käme es wie gerufen, kamen also diese zwei Hurrikans übers Land. Mit ach so verzweifelter Stimme wendet man sich nun wieder an die hilfsbereiten Menschen. Denn ein Baum ist umgestürzt, Leitungen tot und ach welch ein Elend.

Man braucht Werkzeug, um diese Katastrophe zu bewältigen.Da, wo jeder Dominikaner das Allzweckwerkzeug, die Machete zückt, da benötigt man eine Motorsäge, welche dann auch wieder Kraftstoff braucht und sicher schon bald, bei solchem Fleiß, ein paar Ersatzketten und ach gar ein Set um das zu schleifen ????

Dominikanische Republik - Große Schaeden durch Hurrikan MariaViele Einheimische haben Haus, Hof und Ernte verloren. Dankbar lächelnd nehmen Sie ein paar Bettlaken, ein Moskitonetz aus dem Billigladen und ein paar ausgetragene Kleider an – es hilft und Sie sind froh. Danach treiben Sie eine Machete auf, zerlegen die umgestürzten Bäume und schaffen Platz. Zimmern aus dem ersten brauchbaren Material mal einen Unterschlupf und versorgen sich mal notdürftig ohne lange zu jammern. Nicht zu schön, um selbst Hand anzulegen, nein die ganze Familie, Freunde stehen da – aber nicht mit Geldspenden welche dann in Alkohol und was weiß ich angelegt wird. Sondern mit Sachspenden, welche nutzbringend eingesetzt werden. Da mal ein paar Früchte, da mal etwas Reis und das karibische Lächeln ist wieder auf den Gesichtern als wäre nie etwas geschehen.

Während Superauswanderer jammert, das man ach so oft keinen Strom habe, aber einen Kühlschrank benötige, um lagern zu können ( ohne Strom ... ohne das man einkaufen kann, Geld in Alk investiert wird statt Stromrechnungen zu begleichen ??? )

Gut, aber bitte keine Sachspenden, man kauft ja vor Ort viel besser ein, man ist ja jahrelang im Land und hat alles im Griff...

Es stand da noch viel mehr in dieser Zuschrift, welche uns wirklich den Tag versaute. Und doch hatte es etwas wirklich Gutes.......

Wir gingen kurz darauf ins Dorf, wollten ein paar Dinge erledigen und hielten öfters als gewohnt inne, betrachteten die Einheimischen, die Dominikaner und fühlten mehr als zuvor Respekt vor Ihnen. Kein Jammern, kein nach Spenden betteln, sondern machen! Situationen meistern und dies so, als wäre dies das Normalste dieser Welt.

Leetchi Spendenaufruf Casa Norma Während andere illegal im Land, ohne jegliche rechtliche Grundlage sich als Unternehmer ausgeben die völlig unverschuldet, man nehme noch schnell einen Schluck aus der Flasche..., in eine ach so grässliche Situation schlitterten und die nächsten Flaschen gleich mal mit dem ersten Teil der Spenden einkaufen kann, weil harte Arbeit gibt Durst .... zumindest hat man nach einem guten Schluck sicher wieder gute Ideen wie man Spenden ergaunern kann, gute Menschen ausnützen kann und denen welche es wirklich verdienen damit immens schadet.

Auf Spenden wartend, geht unser Gringo dann in Valerios Bar, raucht noch ne dicke Zigarre uns postet das Selfie umgehend. Man mag es nicht glauben, die Fangemeinde jubelt, dass er doch den Kopf nicht hängen lässt! Hier hilft nur eine Art Hilfe : Flugticket dahin wo er her kam – vielleicht kommt dieser ach so begabte Mensch dann wieder zu Sinnen – zu seinen Fähigkeiten zurück und finanziert seine Selbstaufgabe nicht noch mit erbettelten Spenden.

Helfen ja – aber das ??? Helfen Sie dort, wo es Hilfe zur Selbsthilfe ist. Helfen Sie dort, wo Dominikaner und Haitianer wirklich alles verloren haben, welche kaum etwas brauchen um neu anzufangen, außer ihren fleißigen Händen, ihrem Fleiß und dem Umstand dass man Freude hat zu leben.....

Aber hier zu spenden, bei solchen ...... Tut mir leid dass bitten wir Sie zu unterlassen.

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