Altos de Chavon La Romana

Wie Tausend und eine Nacht der Karibik, präsentiert sich die Ortschaft Altos de Chavon hoch über dem gleichnamigen Fluss, dem Rio Chavón.

Künstlerdorf Altos de Chavon - La RomanaDer ganze Ort wirkt wie aus dem italienischen Mittelalter entsprungen und trotz der Faszination welche die kunstvoll erstellten Gebäude hinterlassen, wird man das Gefühl nicht los, das die gesamte Architektur, ja der Ort selbst sich nicht in ferner Vergangenheit entwickelt hat.

Und dieses Gefühl trügt nicht, vor 1976 stand auf diesem Hügel über dem Fluss noch kein Gebäude, geschweige dieser, der mediterranen Bauweise angelehnten und möglichst mit den Baumaterialien wie Holz, Natur- und Korallensteine und Ziegel erschaffene Ort.

Das Projekt entsprang der Idee oder soll man eher sagen der blühenden Fantasie des italienischen Filmarchitekten  und damaligen Bühnenbildner der Paramount Studios Roberto Copa. Das rund 40 Millionen Dollar Projekt konnte nur dank des in Wien, Österreich geborenen, Amerikanischen Industriellen Charles Bluhdorn, dem ehemaligen Präsidenten von Gulf und Western, umgesetzt werden, welcher das notwendige Kapital beisteuerte.

Altos de Chavon - Kunstschule La Escuela de DiseñoDas Projekt begann mit dem Bau einer Strasse und der Brücke über den Fluss. Viel Sprengarbeiten waren notwendig um die notwendigen Bauten erstellen zu können. Aus den mühsamen Anfängen wurde eine wirkliche Attraktion welche den wahrhaft passenden Rahmen für die Kunstschule La Escuela de Diseño schuf, die eine Tochtergesellschaft der Parsons School of Design in New York City ist. In drei Galerien werden Kunstwerke ausgestellt welche aus dieser Schule stammen.

Ein weiterer Höhepunkt dieses Künstlerdorfes ist sicher das Amphitheater mit rund 5000 Sitzplätzen. Keine geringeren als Frank Sinatra, Buddy Rich, Heart und Santana gaben sich hier bei der Eröffnung mit dem Konzert „Für Amerika“ im August 1982 die Ehre aufzutreten.

Altos de Chavon - AmphitheaterWeitere bekannte Künstlerinnen und Künstler traten in dieser mittelalterlichen Kulisse auf, darunter Namen wie Aventura, Julio Iglesias, Erasure, Duran Duran, Sting, Gloria Estefan, Shakira, Marc Anthony, Spyro Gyra, Michel Camilo, Juan Luis Guerra, Air Supply, Placido Domingo und viele mehr.

Im Mittelpunkt steht hinter dem dekorativen Dorfbrunnen die Kirche - die St. Stanislaus Kirche ( Iglesia San Estanislao de Cracovia - St. Stanislaus Church ) welche nach dem Schutzpatron von Polen zu Ehren des Papstes Johannes Paul II benannt wurde, welcher 1979 die Hauptstadt Santo Domingo besuchte.

Altos de Chavon Kirche - St. Stanislaus KircheGleich hinter der Kirche befindet sich das Archäologische Museum, welches leider zu oft übersehen wird. Völlig unverdienter Weise, denn mehr als 3000 Artefakten und Dokumente aus der Zeit vor Kolumbus werden den Besuchern präsentiert und sind ein wichtiger Bestandteil der Belegung der Geschichte des Landes.

Ist man des Staunens müde und hungrig geworden, laden die malerischen Gaststätten zum verweilen ein - mit einer traumhaften Aussicht über den Fluss und die karibische See. Ein Fluss der, wie man sagt, auch die Kulisse für Filme wie Rambo und Apocalypse now bot.

Es scheint nichts an diesem Ort und diesem Umfeld zu geben was nicht auf seine Art eine eigene Geschichte beinhaltet. Doch trotz dieser vielen bewegenden Geschichten ist es ein Ort der Inspiration und Ruhe geblieben welchen die Künstler auch benötigen um Ihr Studium und Ihre Arbeiten zu vollenden. Viele der ehemaligen Studenten dieser Schule haben später Karriere gemacht und man findet sie in aller Welt bei namhaften Unternehmen aus der Film-, Presse- und Modewelt.

Künstlerdorf Altos de Chavon in der Provinz La RomanaEin gelungenes Werk ? Nein viel eher ein realisierter Traum welchen man sich unbedingt auf den Merkzettel schreiben sollte, besucht man den Südosten der Dominikanischen Republik.

„Anmerkung der Redaktion: Charles Bluhdorn, welcher vor seiner Auswanderung noch Karl Blühdorn hieß, verdiente anfänglich in den Staaten gerade mal 15 Dollar die Woche, bevor er sich entschloss eine eigene Firma zu gründen und zum Multimillionär wurde. Er, bzw. sein Unternehmen erwarben auch weitere Firmen wie die Filmindustrie Paramount Studios, woraus die Bekanntschaft zum Italiener Roberto Copa resultierte, welcher die fantasievolle Umsetzung zu Papier brachte.

Bluhdorn selbst erlebte knapp die Fertigstellung der Ortschaft Altos de Chavon, welche er als Geschenk für seine Tochter Dominique realisierte. Er starb am 20. Februar 1983 im Alter von 56 Jahren an einem Herzschlag, seine Tochter wurde Präsidentin der  Altos de Chavón Cultural Center Foundation“

 

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