Eisenmarkt Port au Prince haiti

Weitgehend durch das Erdbeben 2010 zerstört, aber jetzt komplett restauriert, ist der Eisenmarkt ein geschäftiges Handelszentrum wie er es seit 120 Jahren gewesen ist.

Marché de Fer - Der Eisenmarkt in Port-au-PrinceWenn der zerstörte Nationale Palast am Champs de Mars als eines der stärksten Symbole für die Zerstörung bei dem Erdbeben vom 12. Januar 2010 steht, so ist ein anderes, wirklich beeindruckendes Gebäude von Port-au-Prince der "Marché de Fer", ein echtes Symbol der Wiedergeburt und des Wiederaufbaus.

Der Marché de Fer, auch als Marché Hyppolite, Le Marché Vallière oder einfach nur der Eisenmarkt bekannt, liegt auf dem Gelände des ursprünglichen Marktes, der in der Nähe des Hafenviertels bei Gründung von Port-au-Prince Gründung im Jahre 1749 entstand. Diese große Viereck von fünfzig Meter Breite und hundert Länge wurde auf Initiative von Louis-Florent, Marquis de Vallière (1719-1775), General-Gouverneur der Kolonie, dem der Markt heute seinen Namen verdankt, in einen öffentlichen Garten umgewandelt. Dieser Garten beherbergte später das erste Theater in der Hauptstadt, welches den Namen "La Comédie" trug.

Marché de Fer - Der Eisenmarkt in Port-au-PrinceDer Markt selbst wurde unter der Schirmherrschaft des Präsidenten Hector Hyppolite, der viel Energie für öffentliche Arbeiten aufgewendet hat, um die Stadt zu verbessern, errichtet und nach einem Jahr Bauzeit, am 22.November 1891 eingeweiht. Das Datum 1889, welches auf dem Pavillon zu sehen ist, bezieht sich auf den Beginn seiner Präsidentschaft anstatt den Bau des Marktes.

Der Markt Valliere stellt mit dem Clugny Markt von Cap-Haitien und dem Eisenmarkt von Jacmel, ein wichtiges Zeugnis der Metall-Architektur dar, wie sie in der zweiten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts in der Karibik und Lateinamerika modern war. Der Markt ist, laut dem brasilianischen Architekten Geraldo Gomes Da Silva, Autor mehrerer Bücher, Artikel und Studien zur Eisen-Architektur in Brasilien und Lateinamerika, der größte noch vorhandene Markt seiner Art in der Region.

Heute besteht er aus zwei großen Hallen, zusammengefügt durch einen zentralen Pavillon mit vier Glockentürmen, die alle in markantem Scharlachrot und tiefgrün lackiert sind. Der Aufbau ist fast vollständig aus Gusseisen. Die Teile wurden aus Frankreich importiert und wie ein riesiger Modellbausatz aufgestellt. Der Ursprung des Designs dieses Gebäudes aber ist geheimnisumwittert. - der maurische Stil des Pavillons, mit den Minarett-ähnlichen Türmen, gab Anlass zu der Geschichte, dass er ursprünglich als Haupthalle für den Bahnhof in Kairo vorgesehen war, aber als der Verkauf scheiterte, wurde er von Hyppolite aufgekauft.

Marché de Fer - Der Eisenmarkt in Port-au-PrinceDer Markt wurde durch das Erdbeben zerstört, aber die rasche Wiederherstellung wurde von Digicel Gründer Denis O'Brien persönlich in der Höhe von 12 Millionen US-Dollar und in Zusammenarbeit mit dem britischen Architekten und der haitianischen Organisation für nationales Erbe (ISPAN), übernommen. Viele der Marktinhaber waren beim Wiederaufbau beschäftigt und ihre Stellplätze wurden für die reserviert bis zur Wiedereröffnung des Marktes - nur 11 Monate nach dem Erdbeben. Der Umbau umfasst eine Erdbebenverstärkung sowie Sonnenkollektoren für die Stromerzeugung.

Die beiden Hallen sind für verschiedenen Arten von Waren bestimmt. Die südliche Halle (links vom Eingang) ist für Lebensmittel, mit Ständen mit hoch aufgetürmten Säcken mit Reis, Obst, Fleisch und Küchenutensilien. Die Luft ist durchzogen von Ingwer, Tamarinde und dem erdigen Aroma von getrockneten djondjon Pilzen. Die Nordhalle ist voll von Kunst und Kunsthandwerk. Während heute die Touristen auf dem Gelände des Marktes eher dünn gesät sind, beanspruchte dieser Markt in den 1960er Jahren, als Kreuzfahrtschiffe in der Hauptstadt angedockten, das Prädikat das beliebteste Touristenziel in Haiti, sogar eine größere Attraktion als die Citadelle zu sein.

Marché de Fer - Der Eisenmarkt in Port-au-PrinceWährend viele der Waren - Holzschnitzereien und Gemälde - einem von Anfang an vertraut erscheinen, ist der faszinierendste Teil im dritten Hallenabschnitt, dem Vodou gewidmet. Hier finden sie nicht nur mit Pailletten besetzte Vodou Fahnen, sondern auch Verkaufsstände, die nichts anderes als kleine Flaschen mit Parfüm oder Puder (die jeweils bei Ritualen für einen konkreten Iwa verwendet werden) Symbole, Rasseln, Tiegel und vieles andere mehr verkaufen.

Es herrscht zweifellos ein wenig Hektik auf dem Marché de Fer, aber es ist nicht zu aufdringlich. Viele Standinhaber sprechen sehr gut Englisch, so dass, auch wenn Sie nichts kaufen wollen, sie ihm vielleicht ein Trinkgeld geben, damit er sie herumführt und ihnen einige der Vodou-Utensilien erklärt.

Ein Fünf-Minuten zu Fuß von der Marché de Fer entfernt, findet sich ein weiteres eindrucksvolles Beispiel für den zur metallischen Architektur aus dem späten 19. Jahrhundert. Die Chapelle Saint-Louis de Gonzague (180 Rue de Centre) ist ein weiteres Gbäude Gusseisen-Bausatz Gebäude, errichtet im Jahr 1896. Seine hübsche blau-graue Fassade mit silbernen Details, Mosaiken über der Veranda und Fensterrosetten ist in jedem Fall einen Abstecher wert.

Louis Mondestin Florvil Hyppolite - Präsidenten der Republik Haiti Wussten Sie schon?

  • Louis Hyppolite Mondestin Florvil ( * 2. März 1828 in Cap-Haitien und verstorben am 24. März 1896 in Port -au- Prince), war Präsident der Republik Haiti.
  • Er machte zunächst eine militärische Karriere und wurde General, bevor er am 9. Oktober 1889, durch den Verfassungsrat zum Präsidenten der Republik Haiti ernannt wurde. Er übte dieses Amt für sieben Jahre - von 17. Oktober 1889 bis 31. März 1896 - aus.
  • Unter seiner Präsidentschaft wurde zahlreiche Baumaßnahmen durchgeführt. Er förderte die Entwicklung von Telefon und Telegrafen, entwickelte das Hydrauliksystem, modernisierte die Docks des Hafens der Hauptstadt Port-au-Prince und entwickelte die öffentlichen Märkte und Schlachthöfe.
  • Er veröffentlichte ein Dekret der Amnestie für alle haitianischen politischen Exilanten.
  • Louis Hyppolite Mondestin Florvil starb während eines Gottesdienstes in Port-au-Prince, nur wenige Tage vor dem Ende seiner Amtszeit, an einem Herzinfarkt.

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