deportationDie Migrationspolitik der Dominikanische Republik, insbesondere die Ausschaffung von Ausländern welche sich illegal in Land aufhalten sorgt seit Monaten immer wieder für Schlagzeilen. Seit Jahren stellte die „wilde“ Zuwanderung von Ausländern ein zunehmendes Problem dar, also von Personen welche nicht die notwendigen Bewilligungen oder Dokumente hatten um sich legal in der Dominikanischen Republik aufzuhalten.

Die Liste der Nationalitäten der Personen welche sich illegal im Land aufhielten, ist länger als vermutet. Schon allein aus geographischen Gründen kamen jedoch die meisten abgeschobenen Ausländer aus dem wirtschaftlich viel schlechter aufgestellten Nachbarstaat Haiti.

Die international tätige, nichtstaatliche Organisation, Human Rights Watch, welche durch Untersuchungen und Öffentlichkeitsarbeit für die Wahrung der Menschenrechte eintritt, hat nun einen Bericht veröffentlicht. In diesem wird kritisiert, dass man zwischen Juni 2015 und März 2018 mindestens 2.800 Dominikanische Staatsangehörige zu Unrecht nach Haiti deportierte. Die UN Flüchtlingsbehörde UNHCR hat dem Bericht zur Folge die dominikanische Staatsangehörigkeit bei mehr als 2800 Personen mit allenfalls ursprünglicher haitianischer Abstammung klar verifiziert.

Die Organisation ist der Meinung das die Umsetzung des „Regulierungsplans“ der Dominikanischen Republik nicht dem internationalen Standard entspricht und in manchen Fällen sehr krass gegen geltende Menschenrechte verstossen wird. Bemängelt wurden besonders Massenabschaffungen welche offenbar völlig willkürlich durchgeführt wurden und die betroffenen Personen ohne jegliche Anhörung einfach deportiert wurden. Dies sei eine absolut nicht akzeptable Vorgehensweise. Viele Personen hätten so gar keine Möglichkeit gehabt sich auszuweisen, zu verteidigen. Die meisten seien aber durch Drohungen und Druck eingeschüchtert worden und seien darum auch ausser Landes gebracht worden.

Die illegale Einwanderung von Personen aus Haiti in die Dominikanische Republik ist seit vielen Jahren ein grosses Problem, welches man zu lange unbesehen lies. Selbstredend nicht ohne Eigennutz. Illegale Einwanderer aus Haiti wurden meist eingesetzt auf Plantagen, bei Bauarbeiten und weiteren schweren körperlichen Tätigkeiten. Dies teilweise unter sehr widrigen Umständen, da man ja keine rechtliche Konsequenzen befürchten musste. Ein Hinweis an der entsprechenden Stelle genügte um eine Deportation auszulösen. Sehr viele Unternehmen profitierten und profitieren selbst Heute noch, von den unterbezahlten, nicht versicherten illegalen Arbeitern. Mit einer Regularisierung versuchte man seitens der Dominikanischen Republik dieses Problem in den Griff zu bekommen. Allerdings auch mit zu wenig Unterstützung seitens der Regierung von Haiti. Human Rights Watch geht davon aus, dass rund 200 Tausend Personen aus Haiti, welche in der Dominikanischen Republik wohnen nach Ablauf der Regularisierung für Ausländer im August 2018 ohne Dokumente im Land verblieben sind. Insider schätzen diese Zahl noch um ein vielfaches höher ein. Jeden Tag kann dies aber für diese Personen die Deportation bedeuten – so wie es in den letzten 3 Jahren schon bei über 350 Tausend Personen der Fall war.

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