Treffen Jovenel Moise - Boniface AlexandreDer amtierende Präsident von Haiti, Jovenel Moïse, sucht nach Lösungen das Land aus der Krise zuführen. Ein Unterfangen das schon viele Präsidenten vor ihm und wohl noch einige nach Ihm noch versuchen werden.

Jovenel Moïse traf sich zu diesem Zweck mit ehemaligen Präsidenten des Landes. So zum Beispiel mit Boniface Alexandre. Dieser war einst ein angesehener Richter und wurde zum Präsidenten des Obersten Gerichts in Haiti unter Jean-Bertrand Aristide. Nach der Absetzung und der Flucht von Präsident Aristide wurde er aufgrund der Verfassung von Premierminister Yvon Neptune in den frühen Morgenstunden des 29. Februar 2004 zum amtierenden Präsidenten vereidigt.

Er musste gegen seine Überzeugung und seinen Wunsch weit länger als vorgesehen im Amt bleiben. Er selbst fand dies seinerzeit nicht korrekt und vermehrt wollte er dieses Übergangsamt niederlegen. Boniface Alexandre bat als eine seiner ersten Amtshandlungen in einer offiziellen Anfrage beim Sicherheitsrat der Vereinten Nationen zur Entsendung einer multinationalen UN-Schutztruppe zur Herstellung der öffentlichen Ordnung in Haiti, die vom UN-Sicherheitsrat kurz darauf gewährt wurde. Zuerst bejubelt – danach ....... der Einsatz der UN Truppen ist bis heute nicht unumstritten.

Jocelerme PrivertJocelerme Privert, ein weiterer „Expräsident“ von Haiti, besser ein weiterer Uebergangspräsidentvon Haiti. Auch er hatte wichtige Aemter inne unter Aristide. 2001 und 2002 Finanz- und Wirtschaftsminister. 2003 und 2004 war er Innenminister. Nach Aristides Flucht am 29. Februar 2004 wurde Privert im April 2004 verhaftet und verbrachte 26 Monate im Gefängnis. 2008 gelang ihm der Einzug in den Senat von Haiti, dessen Präsident er Januar 2016 wurde.Vom 14. Februar 2016 bis zum 14. Juni 2016 war Privert als Nachfolger von Michel Martelly der vom Parlament gewählte Übergangspräsident.

Immer wieder taucht hier der Name Jean-Bertrand Aristide auf. Einer der wohl bekanntesten, ehemaligen Präsidenten von Haiti. Es war naheliegend das der amtierende Präsident, Jovenel Moïse, auch den Dialog mit Aristide suchte. Doch wider Erwarten nahm dieser nicht einmal die Einladung zu einem Dialog mit Jovenel Moïse an. Jovenel Moïse ist es nur zu klar, dass auch wenn Aristide „offiziell nichts mehr mit Politik zu tun habe“, sehr viele Anhänger im Volk hat, seine einstige Partei wieder sehr an Einfluss gewann und ohne die Anhänger von Aristide kaum eine einheitliche Regierung in Haiti möglich ist.

Jean-Bertrand AristideDoch dies eben soll ja nicht geschehen. Dies machte bei der „Flucht“ des ehemaligen Präsidenten Aristide die USA sehr deutlich klar. Auch heute ist es nicht auszuschliessen das die USA wieder intervenieren um Haiti zu stabilisieren. Nur auch das war schon immer ein Wunschdenken und wird eines bleiben.

Doch warum? Haiti ist ein perfektes Marketing und Schlagzeilenobjekt – um es böse auszudrücken. Arm bringt Haiti den Reichen mehr! Also eine Stabilisierung und Entwicklung gar nicht gewünscht? Vom Volk sicher, aber nicht von all den Organisationen, welche die Preise im Land zum explodieren brachten, sogenannte Hilfsorganisationen welche Millionen an Dollar verschlingen, was nicht schon zuvor in undurchsichtigen Kanälen verschwand. Eine Entwicklung?

Wie auch, noch immer sind von den alten Baby Doc Gilden Leute am Ruder, dann wiederum Aristideanhänger, dann die reiche Elite – welche meist in beiden Lagern zu finden sind – da sind Veränderungen in der Regierung und der Politik nicht erwünscht. Der Kuchen an Hilfsgeldern, Zuschüssen und Einnahmen ist aufgeteilt – das soll so bleiben – Reich bleibt gerne bei Reich.....

Leben in HaitiDas Volk ist wie vielerorts die leidtragende Komponente. Ein stolzes, arbeitssames Volk ohne grosse Hoffnung auf wirkliche Entwicklung. Verhindert durch Finanz- und Politikinteressen innerhalb, aber auch ausserhalb des Landes. Da nützen auch Edelmetallvorkommen wie Gold wenig, ebenso die vermuteten Erdölvorkommen die aber nicht gefördert werden.

Jeder Präsident in den letzten Jahren, ja jeder Politiker in Haiti – gar jede politische Bewegung in Haiti mussten das bitter einsehen. Hier zählt nicht was das Volk möchte, was man tun müsste – hier hat man ein ganzes Land und eine ganze Bevölkerung Interessen unterzuordnen und elendiglich arm zu halten. Denn man verdient gut an Naturkatastrophen, publiziertem Elend – wenn es auch nicht einmal vorhanden ist.

Haiti hätte wahrlich viele Möglichkeiten – aber nicht solange man sich nicht abnabelt von den negativen Interessensgruppen die nichts anderes als ihren eigenen Profit sehen. Und wie auch abnabeln wenn jegliche Bewegung in diese Richtung unterbunden wird?

Es ist schon ermüdend wie man Haiti zum ärmsten Land abstempelt, wie man Elend projiziert in die weite Welt und jede noch so erdenkliche „Naturkatastrophe“ vermarktet wird. Dies nun schon seit vielen Jahren.

Warum kommt da eigentlich niemand auf die Idee, dass dies auch eine Referenz für diese UN Hilfe, diese unzähligen Hilfsorganisationen darstellt? Nicht gerade die Beste, zugegeben – aber eine realistische. Denn diese haben so versagt, mit Absicht vielleicht, wie jeder Präsident gegen den man im Land protestierte und noch protestieren wird. Nicht Haiti hat versagt, nicht das Volk – auch keiner der unzähligen Personen die es versucht haben. In Wirklichkeit haben all die versagt die kamen, die profitierten und ausbeuteten und wieder gingen und das alles unter dem Namen, man wolle helfen. Nur helfen ist etwas anderes – mit der Unterstützung der korrupten Politiker und Amtsinhaber hilft das zu allerletzt dem Volk. Haiti hat stolz begonnen sich sich selbst zu werden – nur danach kam eine Ernüchterung die wohl noch lange anhalten wird.

 

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