Salamander in Bernstein DR

Der erste jemals in Bernstein entdeckte Salamander wirft ein Licht auf die Evolution der karibischen Inseln.

Unter all den Tieren im tropischen Klima, welche die Regenwälder in der Karibik durchstreifen, gibt es keine Salamander. Deshalb ist es umso überraschender, dass ein nie zuvor gesehener, heute ausgestorbener Salamander - Palaeoplethodon hispaniolae - in der Dominikanischen Republik, eingeschlossen in Bernstein gefunden wurde.

Palaeoplethodon hispaniolae - ein in Bernstein eingeschlossener SalamanderVor mehr als 20 Millionen Jahren, kam es in jenem Teil der Erde der heute die Dominikanische Republik ist, zu einem kurzen Kampf. Dabei wurde einem Tier von einem Raubtier sein Bein abgebissen, kurz bevor es entkommen konnte. Aber in seiner Verwirrung fiel das Tier in eine klebrige Harzansammlung um für immer konserviert, in Bernstein begraben zu werden. Dieser Fossilienfund hat etwas zu Tage gebracht, bis dato unbekannt war - dass einst Salamander auf einer Insel in der Karibik gelebt haben. Heute können sie in der gesamten Karibik nirgendwo mehr gefunden werden.

Die noch nie zuvor gesehene und jetzt ausgestorbene Salamanderart, von den Autoren des Artikels Palaeoplethodon hispaniolae genannt, fügt der ökologischen und geologischen Geschichte der Inseln der Karibik, weitere Anhaltspunkte hinzu. Die Erkenntnisse über den Salamander, seine kurze Lebensdauer und sein traumatisches Ende - er war noch ein Jungtier - wurden von George Poinar & David B. Wake, Forschern an der Oregon State University und der University of California in Berkeley im Jahr 2015 in der Zeitschrift Palaeodiversity veröffentlicht.

Palaeoplethodon hispaniolae - fossilier Salamander in Bernstein aus der Dominikanischen RepublikEr sei schockiert gewesen als er den fossilen Salamander zum ersten Mal in Bernstein gesehen hat, sagte George Poinar Jr. in einer Pressemitteilung. Pionar ist ein emeritierter Professor des OSU College of Science und weltweit anerkannter Experte in der Studie von Insekten, Pflanzen und anderen Lebensformen die in Bernstein konserviert sind. Niemand, so der Professor hatte jemals zuvor einen in Bernstein konservierten Salamander gefunden. Besonders unerwartet war, dass das Fossil in dominikanischem Bernstein gefunden wurde, denn bis heute wurden keine Salamander, auch keine Lebenden, jemals in dieser Region gefunden.

Verwandte aus der gleichen Familie, der Plethodontidae, sind in Nordamerika, vor allem in den Appalachen, immer noch weit verbreitet. Dieser konservierte Salamander jedoch hat andere Beine - den Hinter- und Vorderbeinen fehlen deutlich die Zehen, sie bestehen nur aus nahezu vollständigem Gewebe mit kleinen Unebenheiten darauf. Dies könnte bedeuten, so Poinar, dass das Tier im Vergleich zu vielen neuzeitlichen Arten, kein großer Kletterer war und wahrscheinlich in kleinen Bäumen oder tropischen Blütenpflanzen lebte.

Cordillera Septentrional in der Dominikanischen Republik Der eingeschlossene Salamander wurde in einer Bernsteinmine in der nördlichen Bergkette der Dominikanischen Republik (Cordillera Septentrional), zwischen Puerto Plata und Santiago gefunden. Die Entdeckung dieses Fossils zeigt, dass es einmal Salamander in der Karibik gegeben hat. Es ist aber immer noch ein Rätsel, warum sie alle ausgestorben sind. Möglicherweise sind sie auf Grund von einigen klimatischen Ereignissen getötet worden oder waren auf irgendeine Art durch Räuber gefährdet.

Das nun gefundene Fossil ist 20-30 Millionen Jahre alt und seine Abstammung könnte auf 40 - 60 Millionen Jahre zurückgehen, als die Urform der Großen Antillen, die jetzt Inseln wie Kuba, Jamaika, Puerto Rico und Hispaniola umfassen, noch mit Nord- und Südamerika verbunden waren.

Es ist nicht klar, wie oder warum die Salamander dort ausgestorben sind oder wie sie dorthin gekommen sind. Vielleicht sind die Salamander einfach auf den Inseln geblieben, als ihre tektonische Drift über das Karibische Meer begann. Vielleicht überquerten die Amphibien eine Landbrücke, als der Meeresspiegel niedrig war oder trieben in Pflanzenresten oder auf einem Baumstamm über den Ozean.

So koennte der urzeitliche Salamander ausgesehen habenEs wurden Fossilien von Nashörnern in Jamaika gefunden, Jaguare in der Dominikanischen Republik und der Baum, der die dominikanischen Bernstein-Fossilien produzierte, ist eng verwandt mit einer Art, die in Ostafrika heimisch ist, so Poinar. Jedes neu gefundene Fossil ergänze die biologischen und geologischen Aufzeichnungen und gäbe Aufschluss darüber, warum die Tiere hier ausgestorben sind.

Solche Erkenntnisse, erklärt Professor Poinar, helfen sowohl Biologen wie auch Geologen vorzeitliche Ereignisse aus der Geschichte der Erde nachzuvollziehen und die biologischen und geologischen Aspekte der urzeitlichen Ökosysteme zu rekonstruieren

Für Interessierte - lesen Sie die gesamte Studie von George Poinar & David B. Wake (Englisch)
"Palaeoplethodon hispaniolae gen. n., sp. n. - Palaeodiversity, a fossil salamander from the Caribbean"

Quelle: OSU Oregon State

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