Dom Republik Posthoernchen Spirula Spirula

Das Posthörnchen ist der einzige noch lebende Vertreter einer Familie die schon vor 300 – 350 Millionen von Jahren im Karbon gelebt hat.

Posthoernchen - Spirula spirula  -Dom RepublikAlso das Posthörnchen, das mittlerweile auf der roten Liste der gefährdeten Arten steht,  hat so wenig mit Post zu tun, wie auch nicht etwa ein Vergleich mit einem Eichhörnchen angesagt ist. Das einzige dass vielleicht noch einen Vergleich zulässt, ist die Form der Überreste des Posthörnchen, die an die Form der früher noch bekannten Blasinstrumente „Posthorn“ erinnern.

Doch um was handelt es sich denn nun bei diesem Wesen mit dem etwas verwirrenden Namen?

Das Posthörnchen – Spirula spirula – ist eine der ungewöhnlichsten rezenten Tintenfischarten, da es eine gut ausgebildete, innere, gekammerte Schale besitzt.

Spiralfoermige Gehaeuse von Spirula spirulaEs gehört zu den Kopffüssern und in dieser Kategorie zu der Gruppe Tintenfische (Coleoidea). Ein lebendes Posthörnchen anzutreffen, ist jedoch eher unwahrscheinlich. Tagsüber lebt diese Art von Tintenfischen in einer Tiefe von 550 bis 1000 Metern im Meer und selbst Nachts wenn es etwas auftauchen kann, befindet es sich immer noch in einer Meerestiefe von mindestens 100 Metern.

Im englischen bezeichnet man dieses Tier wohl treffender mit "ram's horn squid" („Widderhornkalmar“), welches das Gehäuse (Phragmokon) sehr treffend beschreibt. Dieses Gehäuse, das spiralförmig gewunden ist, ist eigentlich auch das einzige, das man mit etwas Glück am Strand der Dominikanischen Republik finden kann. Doch auch da muss man schon sehr genau hinschauen, damit man es wegen seiner geringen Grösse nicht übersieht.

Das Gehäuse, bei welchem sich die Windungen gegenseitig nicht berühren, hat in der Regel einen Durchmesser von etwa 2-3 Zentimetern. Das in diesem Gehäuse vorhandene Gas kann von seinem Bewohner, wenn auch nur in geringem Masse beeinflusst werden und dient eigentlich dazu das es sozusagen im Kopfstand bleibt.

Posthoernchen - Spirula spirula - in der Dominikanischen RepublikZum auf- und abtauchen wird dies jedoch nicht benötigt, da sich das Tierchen mit seinen 10 Tentakeln, Armen und  Flossen, sehr schnell vorwärts und mit der entsprechenden Wassersäule auch zügig auf- und abwärts bewegen kann. Daher auch die Überordnung: Decabrachia (Zehnarmige Tintenfische). Von diesen zehn sind zwei Arme zu Fangarmen ausgebildet.

Die Haut des Posthörnchens ist rotbraun und glatt. Mitglieder der Gattung Spirula haben ein großes Biolumineszenzlichtorgan (Photophore) am hinteren Ende des Mantels, der von zwei kleinen, runden Flossen umgeben ist. Dieses Organ kann mehrere Stunden lang beleuchtet bleiben.

Spirula hat einen kalmarartigen Körper zwischen 35 und 45 mm LängeSpirula - das unbekannte Wesen aus der Tiefsee

Es wird angenommen, dass die Weibchen die Eier in der benthischen Schicht, also im und auf dem Sediment oder den Felsböden von Gewässern legen. Bislang jedenfalls wurden keine pelagischen Eier (Eier die in den oberen Wasserschichten befruchtet werden) gefunden. Der Fang von jungen Schlüpflingen, die den erwachsenen Tieren in dieser unteren Meeresschicht sehr ähnlich sind, unterstützen diese Idee. Die Einzelwesen sind rund 2 Millimeter groß wenn sie aus befruchteten Eiern schlüpfen. Nach dem Schlupf sind die Jungtiere unabhängig.

Spiralfoermige Gehaeuse von Spirula spirulaDie Weibchen sind etwas größer als die Männchen und bislang wurden bei den Posthörnchen noch keine Balzrituale identifiziert. Auch die Brutzeit und soziale Struktur für diese Art ist unbekannt.

Die Die Fortpflanzung der Spirula verläuft ähnlich wie bei den meisten Kopffüßern, wo ein modifiziertes Tentakel auf dem Männchen (der Hectocotylus) verwendet wird, um während der Paarung einen Spermasack in die bukkale Membran weiblichen des Mantels einzupflanzen. Die Zeit bis zum Schlüpfen ist nicht bekannt.

Das Posthörnchen hat noch viele Geheimnisse, vieles ist bis heute unerforscht. Wenn Sie also das nächste Mal am Strand entlang gehen und die kleinen spiralförmigen Schalen für Teile einer grösseren Muschel halten und sie enttäuscht wegwerfen, betrachten Sie sich dieses Gehäuse doch einmal genauer, denn immerhin halten sie dabei sozusagen ein Relikt aus der Urzeit in den Händen. Wenn auch nur noch in Form einer verlassenen Spirale – eben dem Posthörnchen.

Spirula spirula - Posthörnchen

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