Ruinas de Casa Grande de Palave

Die Kolonialisierung war in vielen Ländern eine sehr nette Umschreibung für widerlichste, menschenverachtende Ausrottung von Einheimischen, Versklavungen und blutigen Glaubensritualen.

Ruinas de Casa Grande de Palave Zumeist wurde auch eine zuvor intakte Umwelt zerstört und durch Monokulturen ersetzt welche langfristig, bei vielen Ländern, wie beispielsweise Haiti, bis heute enorme Schäden verursachten.

Es war eine Zeit, wo man auszog um die Welt zu erkunden, zu erobern. Namen wie Christoph Kolumbus wurden bekannt und die spanische Krone, wie auch der französische Hof hatten bald Ihre Ländereien in der Karibik. Eine Zeit der Gruselgeschichten, Gräueltaten und unmenschlichsten Auswüchsen, nebst Pioniergeist, unglaublichen Leistungen und faszinierenden Bauwerken. Helden wurden kreiert und wieder entmachtet, geadelt und bestraft, die Wirren dieser Zeit muten beim genauen Betrachten schlichtweg unmenschlich an.

An dieser Stelle möchten wir Ihnen eine kurze Episode vorstellen, aus dieser Zeit, weil es noch heute ein Gebäude gibt, dass in seiner Erscheinung als Ruine, so vieles ohne Worte erzählt. Ein edles Haus voller Anmut und doch wirkt es düster, ja man könnte gar sagen – gruslig schön.

Nicolas de Ovando y CaceresGanz so wie der Erschaffer dieses Orts – kein geringerer als der Erzfeind von Christoph Columbus: Nicolás de Ovando y Cáceres.

Ovando stammte aus einer sehr wohlhabenden, adligen Familie. Eine sehr strenge katholische Erziehung begleitete seine Jugendzeit. Ovando könnte man als einen wirklichen Karrieremann seiner Zeit beschreiben - angesehen, streng katholisch und schon sehr bald mit höchsten Rängen und Titeln ausgezeichnet.

Sicher spielte man bei den Katholischen Königshöfen so manches Loblied über diesen Helden, der für viele jedoch ein Sohn des Teufels war und kein Vertreter der Kirche und Religion, unter deren Deckmantel er gerne agierte.

Und so gelang er auf die Insel Hispaniola – Auszug aus Wikipedia :

Aufbruch nach Amerika

„Aufgrund seiner engen Zusammenarbeit mit den Katholischen Königen wurde Nicolás de Ovando am 3. September 1501 zum Statthalter der spanischen Kolonien in Westindien ernannt (Gobernador de las Islas y Tierra Firme). Damit trat er die Nachfolge des Untersuchungsrichters Francisco deBobadilla an, der seinerseits Christoph Kolumbus als Vizekönig abgesetzt, in Ketten gelegt und zurück nach Spanien beordert hatte.

Wappen Nicolás de Ovando y Cáceres Unter dem Kommando von Antonio de Torres, einem erfahrenen Kapitän, der schon Kolumbus auf dessen zweiter Reise begleitet hatte und von ihm zum Bürgermeister von La Isabela ernannt worden war, legte am 13. Februar 1502 von Sanlúcar de Barrameda die grösste Flotte ab, die bis dahin in die Neue Welt in See gestochen war. Auf den rund dreissig Schiffen wurden ca. 2.500 Kolonisten transportiert, die handverlesen waren, um einen repräsentativen Querschnitt der spanischen Gesellschaft darzustellen. Unter ihnen befanden sich unter anderem auch der Dominikaner und spätere Chronist Bartolomé de las Casas, der Entdecker Floridas, Juan Ponce de León, und der spätere Eroberer Perus, Francisco Pizarro.

Nur die so glorreich geplante Besiedlung von Hispaniola sollte nicht wie geplant und erhofft verlaufen. Man unterschätzte die Strapazen, das ungewohnte Klima, unbekannte Krankheiten und vieles mehr. Hunderte dieser Vorzeigesiedler starben elendiglich. Die noch lebenden Tainos, welche bereits von Kolumbus zur Zwangsarbeit rekrutiert wurden, entzogen sich immer mehr den Kolonialherren und flüchteten in entlegenere Gegenden und suchten Zuflucht in den Bergen.

Ovando war der Drahtzieher, als man die Königin Isabella I. von Spanien um eine spezielle Art der Hilfe bat um diese missliche Lage in den Griff zu bekommen. Denn damit bat Ovando um nichts anderes als das man die Sklaverei einführt !

Sklaven wurden für die Arbeit auf den Zuckerrohfeldern eingesetztKönigin Isabella I. unterzeichnete am 20. Dezember 1503 einen königlichen Erlass, der es den Kolonisten gestattete, eine bestimmte Anzahl der ihnen zugewiesenen Indios zu Arbeitsdienstleistungen – und wenn sie diese nicht leisten konnten, zu Tributleistungen – heranzuziehen. Der Beisatz in diesem Erlass, dass man dafür im Gegensatz diese Indios schützen solle wurde offenbar gänzlich überlesen.

Ebenso waren die Kolonialherren verpflichtet, diese Indios im Glauben zu unterrichten, was man hingegen wiederum in allen, und waren es noch so perverse Praktiken und Formen, immer wieder als Befehl der Königin herbeizog um alles zu vernichten, was sich der Herrschaft nicht beugte.

Ovando wurde so freie Hand gegeben und diese nutzte er mit unglaublicher Brutalität aus. Aufständische Indios wurden hin gemetzelt und deren Siedlungen in Schutt und Asche gelegt. Bei Feierlichkeiten der Einheimischen tauchten plötzlich berittene Einheiten auf, trieben die Tainos zusammen und man verbrannte Sie bei lebendigem Leib. Seine extrem brutale Vorgehensweise wurde weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt.

Ovando erlaubte er den Sklavenhandel im grossen Stil Widerstand in den eigenen Reihen kam aus Furcht nicht auf, und Tainos rottete er systematisch immer mehr aus. Nur fehlten ihm immer mehr Arbeitskräfte. Anfänglich ging man noch auf den Nachbarinseln auf Beutefang, also auf die Jagd nach Sklaven. Später erlaubte er den Sklavenhandel im grossen Stil mit Afrika.

Zahlreiche Siedlungen wurden unter Ovando gegründet und errichtet. Dies diente auch dazu, seinen Einfluss und die Herrschaft der Spanischen Kolonie auf der Insel immer mehr auszubreiten und zu sichern.

Das Land war blutgetränkt, die Schreie hallten durch die Täler – und Spaniens Krone lobte die Leistungen von Ovando in den höchsten Tönen. Immer mehr neue Siedlungen stampfte er mit seinen Sklaven aus dem Boden und gründete eine Stadt nach der anderen. Auch wirtschaftlich trieb er die Kolonie mit eiserner Hand voran.

Ruinas de Casa Grande de PalaveBergbau, besonders der Abbau von Gold, Zuckerrohr und weitere Plantagen sorgten für hohes Ansehen in Europa. Ovando wurde bei den einten zum Inbegriff von Reichtum und Macht, bei anderen war er der Schrecken und Teufel der Karibik – unbesehen aller Taten und deren Einschätzung – dürfte aber klar sein, dass er der wirkliche Herrscher war, der Hispaniola für Spanien übernahm und sicherte.

Ganz einsam in einem Park steht noch Heute ein Haus aus dieser Zeit, einst eine der angesehensten Villen wohl überhaupt auf der ganzen Insel – erbaut in der Zeit der Zuckerrohrplantagen und Goldminen.

Wohl edel und voller Anmut mag es gewirkt haben zu seiner Zeit – heute ist es trotz Protesten dem Verfall preis gegeben – gar so als hafte ein Fluch auf diesem Haus, dieser Ruine, welches selbst auf Fotos eines aber bis zum heutigen Tage kann – in wenigen Augenblicken viele Eindrücke wiedergeben von einer Zeit – als Ovando hier die Erde mit Blut tränkte und jedes Wehklagen zum Wohle der Kirche und Spanischen Krone im Keim erstickte......

 Weiter Fotos finden Sie in der Ruinas de Casa Grande de Palave

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