Schwarzkappen Sturmvogel Pterodroma hasitata 1

Der Schwarzkappen-Sturmvögel, einer der am meisten gefährdeten Seevögel des Nordatlantiks wird nun zur Erforschung seines Lebens- und Brutverhaltens per Satelliten verfolgt.

Diese Studie bei der zum ersten Mal eine der am stärksten bedrohte Seevogelart - der Schwarzkappen-Sturmvogel (Pterodroma hasitata) - per Satellit verfolgt wird soll helfen, die Bewegungen und Bedrohungen auf See, mit welchen diese global gefährdete Art konfrontiert ist, besser zu verstehen. 

Schwarzkappen Sturmvogel Pterodroma hasitataDas Forschungsprojekt wird von der Fisch und Wildtier-Forschungsgruppe der Geologischen Bundesanstalt an der Clemson Universität South Carolina (USA), der Grupo Jaragua aus der Dominikanischen Republik und der amerikanischen Vogel-Schutzbehörde durchgeführt.

Schwarzkappen-Sturmvögel sind mittelgroße, (ca. 40 cm groß, mit eine Flügelspannweite von rund 1 m), wirklich ozeanische Seevögel, die nur zum Brüten an Land kommen. Es gibt nur 13 bekannte Brutkolonien, die alle in abgelegenen Gebieten von Haiti und der Dominikanischen Republik liegen und in denen es schätzungsweise 600 bis 2.000 Brutpaare gibt.

Zu den derzeit bekannten Nichtbrutgebieten der Spezies gehört unter anderem die US-Küste, es ist aber möglich, dass die Erkenntnisse, die man aus dem Satelliten-Tracking erhält, diesen Bereich zu erweitern könnten.  Das Interesse an den Schwarzkappen-Sturmvögeln ist hoch, nicht nur wegen ihres bedrohten Status und des Mangels an detaillierten Kenntnissen über die Verbreitung und Bedrohungen für die Vögel, sondern auch aus kulturellen Gründen.

Die Art ist wegen ihrer nächtlichen Gewohnheiten, zu welchen ungewöhnliche, unheimliche Ausrufe sowie ihre Tendenz, während der nächtlichen Flüge, eindringliche, flötenähnliche Töne, offenbar erzeugt vom Wind, der über ihre Flügel streicht, zu erzeugen, auch unter dem lokalen, allgemein gebräuchlichen Namen „Diablotín“ oder „kleiner Teufel“ bekannt.

Schwarzkappen-Sturmvogel mit SenderDie Satelliten-Sender wurden Anfang April 2013 an drei Vögeln angebracht und verfolgen nun deren Standorte und Flüge zur Nahrungssuche. Die Sender haben ein Gewicht von etwa 10 Gramm, sind solarbetrieben und senden durchgehend acht Stunden, bevor sie sich für 24 Stunden abschalten um Energie zu sparen und sich aufzuladen.

Die Standorte können, abhängig von der Satelliten-Abdeckung, auf ca. 100 -1000 Meter Genauigkeit festgelegt werden. Unter der Vielzahl von Tracking-Technologien, liefern Satellitensender die besten Standortdaten, die trotz der sehr kleinen Zahl an Individuen die verfolgt werden, äußerst wertvolle Informationen liefern können, welche auch die Gestaltung der Zukunft der Tracking-Bemühungen lenken könnten.

Patrick Jodice von der USGS, der Fisch und Wildtier-Forschungsgruppe an der Clemson Universität South Carolina bezeichnet es als eine Pionierleistung für diese Arten, welche einzigartige Informationen über die Reiserouten der Sturmvögel und deren Nahrungsstandorte während der Brutzeit sowie die Rate, mit der die Vögel ihre Küken im Laufe der Brutzeit füttern, liefern wird und man hofft auf deren Ausbreitung durch folgende Aufzuchten.

Die drei Vögel gehören zu etablierten Paaren, welche in dieser Saison in Höhlen in den Bergen der Sierra de Bahoruco entlang der Grenze zwischen der Dominikanischen Republik und Haiti Küken aufgezogen haben. Nachdem die Sender angebracht wurden, wurden die Vögel in ihre Höhlen zurück gebracht. 

Satelliten Forschungsprojekt für den Schwarzkappen-SturmvogelBis zum 12. April hatten alle drei Vögel ihre Höhlen verlassen um zur Futtersuche auf das Meer zu fliegen. Sturmvögel besuchen ihre Küken normalerweise nur für kurze Zeiträume zwischen den oft lange dauernden Flügen zur Nahrungsuafnahme.

Sie flogen zu Gewässern über den unterseeischen Beata Kamm etwa 60 Meilen südlich der Küste von Hispaniola. Dann steuerte ein Vogel Richtung Süden in das Gebiet der Guajira-Halbinsel vor der Küste von Kolumbien; ein weiterer flog nach Südwesten in die Gewässer vor Panama und West-Kolumbiens; der dritte Vogel flog um Hispaniola zwischen Jamaika und Haiti, nordöstlich über die Bahamas und hinaus in den Golfstrom.

Folgen Sie hier der Reise der Vögel – Live Tracks können hier angesehen werden

Schon nach kurzer Zeit, so erklärt Jodice, sehe man einzigartige Echtzeit-Daten, welche dem Verständnis der Ökologie dieser Arten hinzugefügt werden können. So dokumentierte man 24-Stunden-Flüge dieser Vögel von 400-500 Meilen und das in Regionen der südlichen Karibik, die im Bezug auf die Futtersuche etwas unerwartet waren.

Seltene Seevoegel - Schwarzkappen-SturmvogelDie Nester der Schwarzkappen-Sturmvögel wurden nur in einigen abgelegenen und gefährdeten Gebieten von Haiti und der Dominikanischen Republik gefunden. Diese Gebiete sind, obwohl zwei davon in ausgewiesenen Schutzgebieten im La Visite-Nationalpark in Haiti und dem Sierra de Bahoruco Nationalpark in der Dominikanischen Republik liegen, mit einem anhaltend raschen Verlust von Lebensräumen konfrontiert.

Ein Großteil des Lebensraumverlustes ergibt sich aus der verzweifelten Situation der Gemeinden auf der haitianischen Seite der Grenze, die auf Land für die Landwirtschaft und Brennholz zum Kochen angewiesen sind. Als Ergebnis daraus werden die verbleidenden Brutgebiete dieser Spezies zunehmend entwaldet und beeinträchtigt.

Dies wirkt sich auf die Sicherheit von Brutkolonien in Haiti, aber auch in der Dominikanischen Republik aus, da trotz des Schutzstatus, oftmals Haitianer von Dominikanern angeheuert werden , um für sie in der Sierra de Bahoruco Landwirtschaft zu betreiben und Holzkohle zu machen. Darüber hinaus ist die Art vermutlich auch durch Verluste aus Kollisionen mit Stromleitungen und Sendemasten, die periodischen Ausbrüche von Waldbränden und Bränden zur Rodung für Ackerland sowie nicht-heimischen Raubtieren wie Ratten und Katzen bedroht.

Schwarzkappen-Sturmvögel auf Futtersuche auf SeeDie Sturmvögel sind möglicherweise auch mit Bedrohungen auf See konfrontiert - herauszufinden welcher Art diese Bedrohungen sind, ist eine große Herausforderung. Sturmvögel sind pelagische Seevögel, die über große Bereiche den offenen Ozean durchstreifen um nach Futter zu suchen. Sie können mit Öl, der Fischerei und Energieinfrastruktur auf See wie beispielsweise Windkraftanlagen und Öl-Bohrinseln in Berührung kommen. Ähnlich wie bei der Gefahr durch Sendemasten, können Lichter auf Bohrinseln oder Fischereifahrzeugen die Sturmvögel in der Nacht anziehen und zu Kollisionen führen.

Damit zu beginnen, eine Karte des Bereiches der Futtersuche der Vögel während der Brutzeit zu erstellen, ist ein erster Schritt mehr darüber zu erfahren, wo die Vögel potenziellen Gefahren ausgesetzt sein könnten. Darüber hinaus wird das Feststellen, wo die Sturmvögel ihre Zeit auf See verbringen dabei helfen, die Verhaltensmuster und ozeanographischen Bedingungen, welche die Nahrungshabitate definieren, zu sehen", sagte Rob Ronconi, ein Seevogel-Biologe, der den Einsatz der Sender einführte.

Da die Art so kryptisch ist, nur nachts an Land kommt und ihre Nester an abgelegenen Orten baut, ist die Ortung der Brutplätze und individuellen Nistplätze extrem schwierig ", sagte Ernst Rupp von Grupo Jaragua, einer führenden Naturschutz NGO in der Dominikanischen Republik.

Schwarzkappen-Sturmvogel Pterodroma hasitataSeit 2011, konnte die Naturschutzorganisation durch eine Kombination von Technologien wie Radar, Nachtsichtgeräten und Wärmebildkameras, gemeinsam mit Partnern im Umweltschutz in der Karibik, der Société Audubon Haiti und der Cornell University nur einige der bekannten Nester dieser Art beobachten und überwachen. Diese sehr schwierige und mühevolle Arbeit, um die Nistplätze zu lokalisieren hat die Markierung dieser Sturmvögel erst möglich gemacht.

Die Insel Hispaniola beherbergt die letzten bekannten Brutbestände dieser Art, erklärt Holly Freifeld, ABC Seabird Programmdirektor, weshalb es entscheidend sei, dass nicht nur diese bekannten Nistplätze geschützt werden, sondern auch, dass zusätzliche Brutplätze lokalisiert werden, die geschützt werden können.

Obwohl man weiß, dass Schwarzkappen-Sturmvögel in den Gewässern vor der Ostküste der USA auftreten, gibt es nur sehr wenige Informationen darüber, wo sie auf Futtersuche gehen sowie über ihre Bewegungen auf dem Meer während der Brut- und Nichtbrut-Saison.

Das Satelliten-Tracking-Projekt wird von der American Bird Conservancy, dem Mohamed bin Zayed Fonds für Artenschutz, Cary und David Paynter durch die H. Smith Richardson Stiftung, dem Jr. Charitable Lead Annuity Trust, Jeff Rusinow, der South Carolina Cooperative Fish and Wildlife Research Unit, The Nature Conservancy, dem U.S. Fish and Wildlife Service und Stuart and Lynn White unterstützt.

Schwarzkappen-Sturmvogel Pterodroma hasitataDie Forschungs- und Naturschutzarbeit zum Schutz und zur Erhaltung des Schwarzkappen-Sturmvogels wird von einer Vielzahl von Organisationen getragen, darunter die American Bird Conservancy, BirdsCaribbean, BirdLife International, Conservation Metrics Inc., Cornell University, Environmental Protection in der Karibik, Grupo Jaragua, Instituto Tecnológico de Santo Domingo, Société Audubon Haiti, USGS South Carolina Cooperative Fish and Wildlife Research Unit der Clemson University und dem U.S. Fish and Wildlife Service.

Diese Organisationen und viele engagierte Einzelpersonen arbeiten zusammen in der Internationalen Schwarzkappen-Sturmvogel Arbeitsgruppe.

Folgen Sie dem Leben eines Schwarzkappen-Sturmtauchers und einer haitianischen Familie Dokumentarfilm SAVE THE DEVIL

Quellen:
Behind the Scenes: First-ever Black-capped Petrel Satellite Tracking,

Black-capped Petrel

Radar Tracking Project to Help Protection of Endangered Caribbean Petrel

Société Audubon Haiti - SPECIAL BIRD: BLACK-CAPPED PETREL

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